Zuchtgedanken

Es ist wichtig, dass für eine Rasse bestimmte Rahmenmerkmale (Standard) abgesteckt werden, an denen sich die Züchter orientieren, damit eine Rasse in Größe, Gewicht, Farbe und anderen Erscheinungsmerkmalen konstant bleibt.

Hierfür ist die FCI zuständig, nach deren Richtlinien wir züchten, so dass gewährleistet ist, dass Sie von uns einen rassetypischen Hund (Rhodesian Ridgeback - Rassestandard 146 FCI) bekommen. Dabei achten wir darauf, dass die von uns eingesetzten Zuchthündinnen nicht zu zierlich sind und von ihrer Größe her nicht gerade am unteren Standard liegen (die jeweiligen Daten finden Sie unter "Unsere Hunde").

Nachdem wir bei Siri, unserer Stammhündin im Nachhinein festgestellt haben, dass ein Festhalten an der Zuchtordnung, wonach ein Wurf bereits im Alter von zwei Jahren erlaubt ist, nicht mit der biologischen Reife übereinstimmen muss, werden unsere Hündinnen erst deutlich später für die Zucht eingesetzt. So dürfen sie noch länger ihre unbeschwerte Jugend genießen und sollten in der Zwischenzeit vererbbare Krankheiten auftreten, werden sie keine Welpen bekommen.

Unsere Vereinszugehörigkeit bietet Ihnen die Sicherheit, dass die Welpen vor der Abgabe von einem erfahrenen, geprüften Zuchtwart auf Fehler (Zähne, Rute, DS, Haarkleid etc.) untersucht werden, während wir als langjährige Züchter den Anspruch haben, die Welpen in ihren ersten Lebenswochen bestmöglich auf ihr weiteres Leben vorzubereiten (zu sozialisieren).

Dazu gehört für uns ganz besonders die liebevolle Aufzucht im Wohnbereich unseres Hauses mit einer 24/7-Betreuung. Der ständige und unmittelbare Kontakt zu Menschen und die wichtigen positiven Erfahrungen mit ihnen in den ersten Lebenswochen machen unsere Nachzuchten zu offenen, vertrauensvollen kleinen Persönlichkeiten.

Sie wachsen in ein bestehendes Rudel mit einem intakten Sozialgefüge hinein, lernen alle Alltagsgeräusche eines Haushalts kennen, weil sie in ihren ersten Wochen bei uns einen insgesamt ca. 60 qm großen Indoorspielplatz nutzen können, in dem sich auch der überwiegende Teil des Rudelalltags abspielt und bekommen auch diverse, nicht alltägliche Lärmgeräusche per CD dargeboten (Silvesterfeuerwerk, Baustelle etc..

Die "Großen" haben jederzeit die Möglichkeit sich in den ersten Stock zurückzuziehen, während die "Kleinen" toben und den direkt an das Welpenzimmer (Erdgeschoss mit großer Fensterfläche) angrenzenden kleinen Garten mit seinen Gerüchen und Geräuschen erforschen können.

Draußen eröffnet sich den Welpen, wenn sie alt genug sind, eine Welt mit neuen Eindrücken, denn sie haben nicht nur eine langweilige Rasenfläche zum rennen, sondern verschiedene Untergründe, bewegliche Gegenstände über ihren Köpfen und unter den Pfoten, es klappert, scheppert, wackelt und riecht in allen Ecken und Winkeln anders.

 

Allein die Tatsache, dass ein Züchter sich rühmt, in einem bekannten Verein zu züchten, ist nicht im Geringsten ein Qualitätsmerkmal. Einen guten Ruf muss man sich erwerben und das am besten, indem man über Jahre hinweg tolle Hunde züchtet, für seine Welpenkäufer jederzeit bei Fragen ein kompetenter Ansprechpartner ist und nicht, indem man sich ein Vereinslogo auf seine Homepage setzt, ein Wochenendseminar "Grundlagen der Hundezucht" besucht und mit einem großen Grundstück wirbt.

Im Jahre 2017 feiert der Kennel Takabari sein 10-jähriges Bestehen. Ohne Passion fürs Züchten, Liebe zur Rasse, einem grundlegenden Knowhow für physiologische, medizinische und verhaltensbiologische Abläufe während der Trächtigkeit, der Geburt und in den ersten Lebenswochen eines Welpen wäre dieses Jubiläum nicht möglich geworden. Viele Züchter geben nach dem (oder den) ersten Würfen wieder auf. Andere kaufen sich zwei Hündinnen, lassen diese jeweils viermal belegen und steigen dann aus. Das verstehen wir nicht unter "Zucht".

Darüberhinaus haben wir auch viel Glück und die richtige Intuition bei der Auswahl der neuen Welpeneltern gehabt. Manchmal hat es uns leid getan, wenn wir jemandem, den wir für absolut geeignet gehalten haben, absagen mussten, weil es doch eine noch bessere Alternative für den jeweiligen Welpen gab. Empfinden Sie es bitte nicht als Ablehnung oder Abwertung ihrer Person, es gab nur eine noch geeignetere Alternative. Daher ist es immer von Vorteil möglichst früh mit einem Züchter Kontakt aufzunehmen, denn je besser wir Sie kennen, desto eher können wir Ihnen zusagen, wobei wir immer auf unser Bauchgefühl hören.   

 

Leider ist in den vergangenen Jahrzehnten im VDH in der Zucht mancher Rassen einiges schiefgelaufen, ansonsten hätten wir heute keine Hunde mit Luftnot, Hüftgelenksdysplasie oder der Unfähigkeit Welpen auf natürlichem Wege zu gebären. Das oberste Zuchtziel sollten heute gesunde, vitale Hunde sein, wobei die Wissenschaft mit ihren immer weiter verfeinerten DNA-Tests sowohl Segen als auch Fluch im Hinblick auf die Zucht ist.

Der Segen liegt unübersehbar in der Transparenz, weil eben einige Erbkrankheiten per DNA-Test untersucht werden (unsere Untersuchungsergebnisse finden sie unter "Unsere Hunde") und so die zueinander passenden Zuchttiere leichter gefunden werden können.

Ich persönlich sehe die Gefahr in der Tatsache, dass sich das Phänomen des "popular sire" weiter verstärken wird, weil jeder Züchter nur einen absolut gesunden Rüden für seine Zucht haben möchte. Die Folge ist eine Verringerung des Genpools mit all ihren negativen Auswirkungen in den folgenden Jahren. (siehe hier: http://www.genoscoper.com/en/news/dna%E2%80%93based-testing-most-powerful-tool-disease-management-battle-against-genetic-disorders-also)

Ich habe Biologie studiert und entsprechende Studien gab es schon vor vielen Jahren. Daher lege ich persönlich viel Wert darauf, dass das Pedigree des Deckrüden zu dem meiner Hündin passt (nur outcross-Verpaarung), so dass ich die Gefahr, dass rezessiv vererbte, unerwünschte Gene, die in der Linienzucht zu Tage treten, weitestgehend ausschließen kann. (z.B. https://edoc.ub.uni-muenchen.de/10548/1/Rabe_Christina_Julia.pdf)

 

Auf der anderen Seite bekommen bei uns auch zu kleine Welpen, die jedoch Lebenswillen zeigen eine Chance, und nicht nur das, es ist unser persönlicher Ehrgeiz, dass alle lebenswilligen Welpen auch überleben, auch wenn sie in den ersten Tagen zu klein sind, um sich an den Zitzen der Mutter durchzusetzen. Diese Einstellung wird immer wieder bestärkt durch unsere kleine Nachzuchthündin Souris. Sie wurde 2012 mit nur 172 Gramm (andere 340-580 Gramm) geboren und lebt heute glücklich und gesund in ihrem Rudel, was kaum jemand für möglich gehalten hat.

Nachdem wir den Welpen in ihren ersten Lebenswochen immer wieder neue Eindrücke dargeboten haben und sie die Kommunikation in einem Rudel gelernt haben, werden sie vor ihrer Abgabe in der neunten Woche außer vom Zuchtwart des Vereins auch von einem Tierarzt untersucht und mit einem Gesundheitsattest versehen (natürlich geimpft) an die neuen Besitzer übergeben.

Angekommen im neuen Zuhause tauchen evtl. noch Fragen auf, die vorher gar kein Thema waren, wie z.B. "mein Welpe hat einen gebratenen Hähnchenschenkel gefressen, was mache ich jetzt?" Für all diese Fragen sind wir auf verschiedenen kommunikatorischen Kanälen erreichbar und erste Ansprechpartner (und das auch gern ein Hundeleben lang).

 

Wir sind nicht an ein bestimmtes Hundefutter gebunden (mehr zum Thema Ernährung hier: Gift aus der Tüte? Hundefutter unter der Lupe) und kassierem keine Provision bei der Empfehlung einer Marke, sondern bewahren uns auch da gern unsere Unabhängigkeit und versuchen immer auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aufzubauen. Hierzu gehört der fachliche Austausch mit anderen Züchtern genauso wie Fortbildungen in den für die Zucht relevanten Bereichen (Gesundheit, Ernährung, Verhalten, aber auch gesetzliche Bestimmungen und Verordnungen des Vereins).

Auf Ausstellungen sind wir nur gelegentlich anzutreffen, da wir Massenveranstaltungen wie z.B. die Messen in Dortmund schon fast als Tierquälerei betrachten und unsere Hunde sich definitiv lieber in der freien Natur bewegen als einen kompletten Tag auf einer Ausstellung zu verbringen.

Sollte eines unserer Tiere nicht in die Zucht gehen, bleibt es trotzdem bis zu seinem Lebensende bei uns im Rudel. Unsere Nachzuchten nehmen wir in der Urlaubszeit oder aus anderen Gründen vorübergehend wieder bei uns auf, wenn sie sich ins Rudel integrieren lassen. Unsere Tiere leben tagsüber nicht in Boxen, sondern bewegen sich frei im Haus und genießen täglich einen langen Spaziergang ohne Leine und mit vielen Hundekontakten (2 h im Durchschnitt, bei Regen mögen sie es eher kürzer und bei schönem Wetter auch gern länger).
Mir tun die armen RR-Zuchthunde aus meiner näheren Umgebung unendlich leid, die Tage auf Ausstellungen verbringen müssen, die nur an der Leine laufen dürfen, deren Besitzer Panik bekommen beim Anblick eines freilaufenden Hundes.

 

Wenn Sie glauben, dass "die Chemie" zwischen uns stimmen könnte, sollten wir einmal persönlich miteinander sprechen. Sie dürfen auch gern unsere Hunde, insbesondere die beiden Zuchthündinnen, kennenlernen und sich von ihrem liebenswerten Charakter überzeugen. Wir freuen uns immer über netten Besuch.

 

Wir sind Mitglied im Tierschutzverein Rhein Sieg e.V. und der Gesellschaft für Kynologische Forschung Bonn (gkf) und unterstützen den Dortmunder Appell für eine Wende in der Hundezucht zum Wohle der Hunde.

 

 

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